Laut dem Bericht von Stem Cell Biotechnology ist das retinale Pigmentepithel (RPE) eine Schicht von Pigmentzellen in der Netzhaut des Auges, die für die Aufrechterhaltung des normalen Sehvermögens unerlässlich ist. Blindheit aufgrund einer RPE-Dysfunktion, wie beispielsweise Makuladegeneration, beeinträchtigt das Sehvermögen von schätzungsweise 200 Millionen Menschen weltweit. Forscher vom Institute for Molecular Cell Biology, Singapur, extrahierten in Zusammenarbeit mit der Icahn School of Medicine in New York und der Sulzbach Eye Clinic in Deutschland retinale Stammzellen aus erwachsenen Leichen, die eine unbegrenzte Quelle für Stammzellen darstellen, wandelten sie in retinale Pigmentepithelzellen um und transplantierten sie in die Augen von Affen. Die Ergebnisse zeigten, dass die retinalen Pigmentepithelzellen mindestens drei Monate lang ohne schwerwiegende Nebenwirkungen in den transplantierten Affenaugen verblieben und keine Narbenbildung in der Netzhaut verursachten. Diese Zellen übernahmen auch teilweise die Funktion des retinalen Pigmentepithels der Affen und konnten die normale Funktion der Fotorezeptoren unterstützen.
Die Ergebnisse dieser Forschung zeigen, dass es möglich ist, aus adulten Netzhautstammzellen gewonnene retinale Pigmentepithelzellen zu verwenden, um die defekte Netzhaut als potenzielle Behandlung für Makuladegeneration zu ersetzen. Die Studie wurde am 14. Januar 2021 in der Zeitschrift Stem Cell Reports veröffentlicht.



